Mykorrhiza klingt kompliziert, ist aber einfach: Es sind nützliche Pilze, die eine Partnerschaft mit Pflanzenwurzeln eingehen. Die Pilzfäden vergrößern die aktive Wurzeloberfläche und können deiner Pflanze helfen, Wasser und Nährstoffe besser zu erschließen. Im Gegenzug erhalten die Pilze Zucker aus der Photosynthese.
Wichtig: Mykorrhiza ist kein Dünger und kein Wundermittel für bereits stark geschädigte Pflanzen. Sie wirkt am besten beim Umtopfen oder Einpflanzen, wenn die Pilze sofort mit den Wurzeln in Kontakt kommen.
Warum direkter Wurzelkontakt so wichtig ist
Viele Anwendungen bleiben wirkungslos, weil das Pulver nur irgendwo in der Erde landet, antrocknet, falsch gelagert wurde oder die Pilze nie an die Wurzel kommen. Mykorrhiza-Produkte enthalten lebende Pilzsporen bzw. Pilzbestandteile. Behandle sie deshalb wie ein lebendes Produkt: kühl, trocken und dunkel lagern, nach dem Öffnen zügig verbrauchen und nach dem Anrühren sofort anwenden.
Die wichtigste Regel: Mykorrhiza gehört direkt an die Wurzel – nicht nur oben auf die Erde.
Der beste Zeitpunkt für Mykorrhiza
Der beste Zeitpunkt ist immer dann, wenn du die Wurzeln erreichst: beim Umtopfen, Einpflanzen, Bewurzeln von Stecklingen oder beim Setzen junger Pflanzen. Bei bereits eingetopften Pflanzen ist die Anwendung schwieriger, weil das Pulver erst bis in den aktiven Wurzelbereich gelangen muss.
Die 3 besten Anwendungsmethoden
1. Mykorrhiza mit Regenwasser anrühren und auf die Wurzeln pinseln
Das ist die beste Methode, weil die Pilze direkt dort landen, wo sie gebraucht werden: an der Wurzel.
- Gib die empfohlene Menge Mykorrhiza-Pulver in ein kleines Gefäß.
- Rühre es mit wenig Regenwasser oder weichem, zimmerwarmem Wasser an. Es entsteht keine klare Lösung, sondern eine feine Suspension.
- Rühre zwischendurch um, damit das Pulver nicht absinkt.
- Nimm die Pflanze aus dem Topf und lockere den Wurzelballen nur vorsichtig.
- Pinsele die Suspension auf die feinen Wurzeln und auf die Außenseite des Wurzelballens.
- Setze die Pflanze sofort in frisches Substrat und gieße vorsichtig an.
Merke: Nicht stehen lassen und nicht antrocknen lassen. Anrühren, auftragen, eintopfen.
2. Pulver direkt auf die Wurzeln streuen
Diese Methode ist schnell und sehr direkt, wenn du beim Umtopfen gut an den Wurzelballen kommst.
- Pflanze austopfen und lose Erde vorsichtig entfernen.
- Wurzelballen leicht anfeuchten, falls er sehr trocken ist.
- Mykorrhiza-Pulver direkt auf die Wurzeln und in die Zwischenräume am Wurzelballen streuen.
- Pflanze eintopfen, Substrat sanft andrücken und vorsichtig angießen.
3. Pulver ins Pflanzloch geben
Diese Methode ist praktisch beim Einpflanzen in größere Töpfe, Kübel oder Beete. Sie funktioniert gut, wenn die Wurzeln tatsächlich direkt auf dem Pulver sitzen.
- Pflanzloch vorbereiten.
- Mykorrhiza-Pulver nach Herstellerangabe in den unteren Bereich des Pflanzlochs geben.
- Pflanze so einsetzen, dass die Wurzeln direkten Kontakt zum Pulver haben.
- Mit Substrat auffüllen, leicht andrücken und gleichmäßig angießen.
Streue das Pulver nicht nur oben auf die Erde. Ohne Kontakt zur Wurzel kann sich die Symbiose kaum aufbauen.
Für welche Pflanzen lohnt sich Mykorrhiza?
Viele Zimmerpflanzen, Kübelpflanzen, Stauden, Kräuter, Gemüse- und Obstpflanzen können mit Mykorrhiza eine Symbiose bilden. Besonders sinnvoll ist die Anwendung bei Pflanzen in frischem oder sterilisiertem Substrat, bei Jungpflanzen und nach dem Umtopfen.
Es gibt aber Unterschiede: Viele Zimmer- und Gartenpflanzen arbeiten vor allem mit Endomykorrhiza. Bäume und Gehölze können je nach Art auch Ektomykorrhiza brauchen. Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azalee oder Heidelbeere gehören zur Ericaceae-Familie und nutzen spezielle ericoide Mykorrhiza. Prüfe bei Spezialpflanzen deshalb, ob dein Produkt zum Pflanzentyp passt.
Häufige Fehler bei der Anwendung
- Zu weit weg von der Wurzel: Mykorrhiza muss an die Wurzel, nicht nur irgendwo ins Substrat.
- Zu lange angerührt stehen lassen: Mische nur so viel an, wie du sofort verwendest.
- Falsche Lagerung: Hitze, Sonne, offene Verpackungen und Feuchtigkeit können die Qualität verschlechtern.
- Zu viel Dünger: Sehr phosphor-, stickstoff- oder zinkreiche Düngung kann die Besiedlung hemmen.
- Fungizide im Wurzelbereich: Mykorrhiza besteht aus Pilzen. Mittel gegen Pilze können die Anwendung stören.
- Staunässe: Halte das Substrat leicht feucht, aber nicht nass.
Wie oft musst du Mykorrhiza anwenden?
Meist reicht eine Anwendung beim Umtopfen oder Einpflanzen. Sobald sich die Symbiose etabliert hat, wächst der Pilz mit den aktiven Wurzeln weiter. Manche Produkte empfehlen Nachanwendungen; halte dich dabei an die Herstellerangaben.
Kannst du Mykorrhiza nachträglich anwenden?
Ja, aber es ist weniger effektiv als beim Umtopfen. Bei bestehenden Pflanzen kannst du mit einem Stab mehrere schmale Löcher bis in den Wurzelbereich machen, das Pulver einfüllen und anschließend vorsichtig angießen. Besser ist die Anwendung beim nächsten Umtopfen, weil du dann direkten Kontakt zu den Wurzeln herstellen kannst.
Fazit: Mykorrhiza muss sofort an die Wurzel
Mykorrhiza funktioniert am besten, wenn du einfach denkst: sofort an die Wurzel, nicht später irgendwo in die Erde. Die stärkste Methode ist eine frische Suspension aus Mykorrhiza-Pulver und Regenwasser oder weichem Wasser, die du direkt auf die Wurzeln pinselst. Danach kommen das direkte Bestäuben der Wurzeln und die Anwendung im Pflanzloch. Je schneller die Pilze die Wurzel erreichen, desto größer ist die Chance, dass sich die Symbiose etabliert.